Bemuskelung wird in Deutschland anhand eines Notensystems von 1 bis 9 (Höchstnote) bewertet. Als Durchschnitt der Rasse wird eine 5 angenommen. Die Bewertung erfolgt teilweise geschoren (ca. 2 Monatswolle) aber auch immer noch in voller Wolle.

 

BLUP (Abkürzung aus dem  englischen: Best Linear Unbiased Prediction) übersetzt  bedeutet dies: Beste lineare unverzerrte Vorhersage von Leistungsdaten und ist die gängige Methode in der Zuchtwertschätzung. Die Angabe erfolgt normalerweise in naturalen Einheiten wie g, kg, mm oder l. Einfach erläutert: Es werden zufällige Größen (z.B. Haltungsunterschiede der Betriebe) mit determinierenden (bestimmenden) Größen anhand statistischer Modelle auf mehreren Ebenen berechnet.  Die mit BLUP errechneten Werte minimieren den Schätzfehler im Durchschnitt. BLUP gilt als das derzeit beste Schätzmodell in der Zuchtwertschätzung von Tieren und wird in Deutschland bei Schafen z.Zt. weder durchgängig (Rassen und Bundesländer) noch konsequent (weibliche Tiere!) angewendet. Einzig und allein Schleswig-Holstein führt für einige Rassen unter anderem auch für Texelböcke eine BLUP-Zuchtwertschätzung für Fleischleistung und Fruchtbarkeit durch, die sich allerdings auf die zur Körung vorgestellten Böcke beschränkt.

CT Computertomograhie

EBV (Abkürzung aus dem englischen Estimated Breeding Value)  übersetzt Erwarteter (Geschätzter) Zuchtwert wird in naturalen Einheiten angegeben z.B. kg/ mm Rückenmuskel/ mm Fettabdeckung. Oft wird auch die Genauigkeit der Zuchtwertschätzung angegeben - maximal können 100% erreicht werden.

Genotypisierung siehe auch Scrapieresistenzzucht

Heritabilität ist ein statistisch ermitteltes Maß für die Erblichkeit eines Merkmals.

Heterosis oder Heterosiseffekt ist die besondere Leistungsfähigkeit von Hybriden (Mischlingen). Mischlinge sind besonders vital und leistungsfähig. Von einem Heterosiseffekt spricht man wenn die Kreuzungsgeneration eine höhere Leistung zeigt als der Durchschnitt der Elterngeneration. Die Leistung kann auch über der höchsten Leistung eines Elter liegen!. Hybriden sind bei Schweinen und bei Geflügel die Regel, während mit diesen in der deutschen Schafhaltung kaum gearbeitet wird. Vielmehr irren gerade viele Hobbyschafhalter mit dem Einsatz von Kreuzungsböcken ein genetisch besonders  leistungsfähiges Tier einzusetzen und züchten mit diesen Tieren weiter. Eine solche Leistungswiederholung ist aber nicht möglich!

Körung ist kein amtlicher Verwaltungsakt für die Zulassung eines Zuchttieres mehr - auch wenn viele Zuchtverbände das noch gerne so gesehen haben wollen und zum Einsatz gekörter Böcke raten. Heute bezeichnet man mit Körung die Aufnahme und Zulassung eines Tieres in die Hauptabteilung des Zuchtbuches (Stammbuches) meist ist diese mit A1 gekennzeichnet. Voraussetzung für die Eintragung ist das Erreichen definierter Mindestleistungen. Die Leistungsprüfung erfolgt unter Berücksichtigung der Leistungen des Tieres selbst, aber auch seiner Verwandten.  Durch persönliche in Augenscheinnahme einer Körkommission erfolgt die Beurteilung der Äußeren Erscheinung. Neben der Korrektheit (z.B. Zahnstellung, Hoden, Gliedmaßen und Rücken) wird auch das rassetypische Erscheinungsbild

bewertet. Hierbei werden Punktzahlen und/oder Noten vergeben. In Deutschland sind dies Noten von 1 bis 9 (Höchstnote) für die Bemuskelung, Wolle, Äußere Erscheinung und bei einigen Rassen auch für das Euter und z.B. die Zitzenstellung. Ein gekörtes Tier erfüllt also die Leistungsanforderungen für den Einsatz in der Herdbuchzucht und wurde auch unter langfristigen gesundheitlichen Aspekten begutachtet. Wenn sie an diesen Leistungen partizipieren wollen sollten sie ein solches leistungsgeprüftes Zuchttier kaufen.

Leistungsprüfung ist die Leistungserfassung und Dokumentation der erbrachten Eigen-, Feld-, Station-, Milch- Fleisch- und Schlachtleistung eines Tieres oder Tiergruppe.

Maedi/Visna Maediunverdächtig MV akkreditiert bedeutet, dass der Betrieb die jeweiligen Bedingungen des Zuchtverbandes erfüllt um diesen Status führen zu dürfen.

Mikrophthalmie Blindfaktor hat als Ursache ein mutiertes Gen, dass wenn bei beiden Eltern vorkommend bei Schafen zu einer Kleinäugigkeit = Blindheit von einem Viertel dieser Nachkommen führt. Durch eine Untersuchung der Erbanlagen mittels Blut oder Gewebe kann heute ein Genträger festgestellt werden. Gekörte Böcke müssen ab 2011 in NRW MOF = Mikrophthalmiefrei sein! I-Scan clear ist die englische Bezeichnung für frei von Mikrophthalmie.

Mikrosatellitenanalyse (MSA) ist ein Verfahren bei dem für bestimmte Genorte (Ausschnittsbetrachtung) so genannte Markergene eine Feststellung des Erbmaterials (DNA) des Tieres gemacht und festgehalten wird um später z.B. eine Vaterschaft überprüfen zu können

Schlachtleistung Fleischleistung

Scrapieresistenzzucht nach EU Richtlinie 2003/100/EC muss ab 2005 jedes Mitgliedsland der EU ein Zuchtprogramm auf Scrapie-Resistenz einführen. Als angestrebter Typ gilt die Genotypklasse G1 mit den  Aminosäuren der Codons 136, 154 und 171 : ARR/ARR.

Tageszunahmen Man unterscheidet Lebenstags-, Brutto- und  Nettotageszunahmen. Sie werden durch Wiegung und Abzug eines festgelegten (nicht ermittelten!) Geburtsgewichtes errechnet. Das Ergebnis wir durch das Lebensalter (Wiegealter) in Tagen dividiert (Lebenstagszunahme). Das Schlachtkörpergewicht geteilt durch das Lebensalter in Tagen ergibt die Nettotageszunahme. Gerade durch unterschiedliche Ausschlachtungsprozente können sich hier deutliche Unterschiede zu Gunsten des Texel ergeben die bis über 10% der Bruttozunahme ausmachen können!.

Tierbeurteilung Es werden Noten vergeben (siehe auch Bemuskelung) und dazu teilweise auch Notizen gemacht mit Codes und Strichcodes. In Deutschland erfolgt die Beurteilung über Notenklassen 1 - 9. Eine Zwischennote (wie in der Schule) ist nicht möglich!

Ultraschallmessung  ist ein Teil der Fleischleistungsprüfung. Die Messung soll möglichst bei einem Gewicht und Alter gemacht werden bei dem die Lämmer auch vermarktet (geschlachtet) werden. Dies ist dann bei ca. 45-50 kg Lebendgewicht der Fall.  Es werden einmal der Durchmesser des Rückenmuskels und auch die Stärke der Fett und Haut in mm zwischen dem 3 und 4ten Lendenwirbel gemessen: z.B. 34,1 und 3,7. Da die Scans (Messungen) bei unterschiedlichen Gewichten und Altern erfolgen müssen diese für eine Zuchtwertschätzung korrigiert werden insbesondere dann wenn auch weibliche Lämmer für die Zuchtwertschätzung herangezogen werden.

Überbeißer bedeutet, dass die  vorderen Zähne des Unterkiefers vor der Kauplatte des Tieres stehen und nicht darunter anschlagen

Zuchtleistung ist der Ausdruck für die Fruchtbarkeit und die Mengenleistung Aufzuchtleistung eines weiblichen Schafes und wird mit den Zahlen für Alter/Anzahl Lammungen/Anzahl geborener Lämmer/Anzahl aufgezogener Lämmer angegeben: z.B. 5/5/10/9   200. Diese kann dann nochmals relativiert werden durch das Alter des Tieres bei der letzten Lammung (z.B. 4,9 Jahre statt 5,0). Diese wird dann oft ergänzt durch eine Relativzahl: 10 Lämmer geboren in 5 Jahren ergibt 200 Prozent Fruchtbarkeit.

Zuchtbescheinigung Papiere Abstammungsnachweis Pedigree. Für ein Zuchttier ist EU-weit zwingend ein Begleitdokument mit mindestens Eltern und Großeltern vorgeschrieben. Ansonsten handelt es sich nicht um ein Zuchttier!

Zuchtindex Unter Zuchtwertschätzung in der Tierzucht versteht man normierte Verfahren um anhand messbarer Erscheinungsformen den Genotyp (Erbanlage) des Tieres abzuschätzen.